Bald kein kostenloses Satellitenfernsehen mehr?

Auch Satellitenfernsehen könnte bald kostenpflichtig werden. Das berichten zumindest immer mehr renommierte Online-Portale. Schon 2019 soll das Gratis-TV vieler Kanäle enden, so die Berichte. Ab 2022 sei geplant, dass es nur noch Abo-pflichtige HD-Programme gibt.

Satellitenfernsehen kostete bisher lediglich eine einmalige Investition in Schüssel und Receiver. Bald könnten auch hier verbindliche Abo-Kosten hinzukommen. Fernsehen ohne Gebühren gibt es dann nicht mehr, denn auch die flächendeckende Umschaltung von DVBT 2HD schreitet voran.

Ein schnelles Aus fürs freie Sat-TV

Jüngst wurden Pläne der großen deutschen TV-Sender bekannt, dem kostenlosen Fernsehen ein Ende zu bereiten. Bislang strahlen ARD und ZDF sowie die Pro7-Sat1 und die RTL-Gruppe kostenlose SDTV-Signale in Standard-Auflösung aus. Laut Medienberichten haben sie jedoch eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet, um die gratis empfangbaren Satelliten-Signale abzuschalten.

Aus bei ARD schon 2019, bei ZDF 2020 geplant

Eine treibende Kraft hinter den Abschalt-Plänen ist die KEF. Ihre Abkürzung steht für Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten. Sie ist zuständig für die Etats der öffentlich-rechtlichen Sender und legt auch die Rundfunkbeiträge fest. Der ARD und dem ZDF hat die Kommission einen strikten Sparkurs auferlegt. Sie drängt auf die Einstellung der nicht lukrativen SDTV-Ausstrahlung. Der ARD will die KEF den Geldhahn dafür schon 2019 zudrehen. Dem ZDF sollen die Finanzkontrolleure die veranschlagte Summe ab 2020 streichen.

Übrig bleibt wohl nur noch HD-Sat-Empfang, kostenpflichtig – eventuell per Abo. Was das kosten könnte? Ein Beispiel bieten die bereits bestehenden HD+-Abos der Privatsender. Mit ihnen empfangen die Fernsehzuschauer schon heute hochauflösende Signale über Satellit. Derzeit kosten diese Abos 75 Euro im Jahr.

Ein Lichtblick – das Bundeskartellamt?

Den KEF-Plänen steht das Bundeskartellamt entgegen. Es schreibt die SDTV-Ausstrahlung prinzipiell noch bis 2022 vor. Pro7-Sat1 und die RTL-Gruppe erklären immerhin, dass sie sich an diese amtliche Vorgabe halten werden. Anschluss.info bleibt dran und wird darüber informieren, wer bei einem möglichen Streit der Öffentlich-Rechtlichen gegen das Bundesamt als Sieger hervorgeht. Oder welche Kompromisse getroffen werden.

Welche Alternativen verbleiben?

Zwar wird die Abschaltung der kostenfreien Kanäle nicht überstürzt erfolgen. Es erscheint jedoch als sehr wahrscheinlich, dass ihre Tage bald gezählt sind. Wer sich vor zusätzlichen TV-Kosten schützen möchte, sollte sich frühzeitig über die Alternativen informieren. Beim klassischen Kabelfernsehen sind derzeit keine nennenswerten Veränderungen im Gespräch. Und gerade wer neu baut oder renoviert, sollte über einen leistungsstarken Kabelanschluss nachdenken.