Übertragungstechnik

Kupfer, Glasfaser oder Koaxial-Kabel? Mit welcher Übertragungstechnik decken Sie Ihren Bandbreitenbedarf?

Kupfer, Glasfaser oder Koaxial Kabel? Diese drei Möglichkeiten bieten sich in der Regel wenn man in Deutschland Internet beziehen möchte. Vor allem Kabelnetzbetreiber werben vermehrt mit der hohen Geschwindigkeit beim Surfen. Was machen Kabelnetzbetreiber anders als die Konkurrenz?

Immer mehr stellt sich das “alte” Koaxialkabel als Übertragungsmedium der Zukunft heraus. In vielen Wohnungen sind diese Kabel bereits verbaut: Basis ist die Kabelanschlussdose um diese Übertragungstechnik zu nutzen. Während VDSL-Netze mittels Vectoring nachrüsten und damit Downloadraten von maximal 100 MBit/s erreichen, können viele Kabelnetzbetreiber bereits bis zu 200 MBit/s vermarkten. Das viel propagierte Glasfaser-Internet kann bezüglich Bandbreite zwar mehr als mithalten, ist aktuell flächendeckend noch zu teuer.

Highspeed-Kabelinternet durch DOCSIS 3.0

Kabelanbieter setzen in Zukunft auf DOCSIS 3.0 als den neuen Übertragungsstandard. Die Abkürzung steht für Data Over Cable Service Interface Specification. Beim DOCSIS Standard handelt es sich um eine bidirektionale Daten-Übertragung – das Kabelnetz muss somit rückkanalfähig sein. Dadurch ist es aktuell möglich Kabel-Internet-Zugänge mit Datenraten bis 200 MBit/s im Downstream auszustatten. Das ist im Download oftmals mehr als doppelt so schnell, wie eine VDSL Leitung. Im Upstream sind die Größenverhältnisse entgegengesetzt. Entscheidend ist aber vor allem, dass hier die Grenze aus der TV-Dose noch nicht erreicht ist. Perspektivisch sind deutlich höhere Bandbreiten, vor allem im Download möglich. Vodafone Kabel Deutschland hat bereits erfolgreich eine Internetbandbreite von bis zu 1,17 Gbit/s getestet. Ein anderer Kabelnetzanbieter wirbt damit bereits 2016 bis zu 400 MBit/s anbieten zu können. Auch in den ländlichen Regionen können damit ohne große Umbaumaßnahmen Internetanschlüsse angeboten werden.

Kupferleitungen müssen entwickelt werden

Anbieter, wie die Deutsche Telekom, bieten Internet durch Kupferleitungen der Telefonanlage. Im Download konnten diese Anbieter mit der wachsenden Nachfrage nach Breitband nur noch schwer mithalten: VDSL 2 verspricht laut Telekom „theoretische“ Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s. Um den Anschluss am Markt nicht zu verpassen wurde das sogenannte „Vectoring“ als Lösung entwickelt. Damit kann man elektromagnetische Störungen in den Leitungen ausgleichen. Um Vectoring zu ermöglichen müssen allerdings alle bestehenden Verteilerkästen nachgerüstet werden, was hohe Investitionen erfordert. Außerdem kann es bei der Planung zum Ausbau noch zu Problemen kommen, da nur ein Anbieter je Kabelverzweiger Vectoring ausbauen kann. Die Deutsche Telekom, der die meisten Netze gehören, und Ihre Mitbewerber streiten sich aktuell um diese Hauptverteiler. Sogar der Breko-Präsident kritisiert den Ansatz und fürchtet sogar, dass dadurch der Glasfaserausbau erschwert bis unmöglich wird: "Auf diese Weise entstehen Bandbreiten-Inseln, in deren Umfeld nur noch extrem unwirtschaftliche Randgebiete zurückbleiben".

Glasfaser als neuer Standard

Zweifelsohne ist eine Internetverbindung über Glasfaser unübertroffen schnell. In einer Universität in England wurden erfolgreich theoretische 73,7 Terabit / Sekunde getestet. Anders als beispielsweise dem Kupfernetz, werden die Daten nicht über elektrische Impulse sondern mittels Lichtsignale geleitet. Deshalb gibt es nahezu keinen Qualitätsverlust, selbst auf langen Strecken. Aus diesem Grund werden die Backbone-Netze zwischen den Vermittlungsstellen mittlerweile nahezu immer mit Glasfaser verbaut.

Glasfaser als überlegene Übertragungstechnik wird sowohl von den Kabelnetzanbietern als auch von der DSL-Konkurrenz als die Lösung für zukunftsfähige Breitbandverbindung angepriesen. In der Regel verbirgt sich dahinter aber eine Kombination aus Glasfaser bis zu einem Netzknoten und dem bereits vorhandenen Kabel, wie beispielsweise Koaxial bei den Kabelnetzbetreibern. Man spricht dann von einem Hybridnetz. Das heißt aber auch, die Leistung eines Glasfasernetzes hängt stark davon ab bis wohin dieses verlegt wurde: bis zum nächsten Kabelverzweiger, bis ans Gebäude oder direkt bis in das Gebäude.

Dieses Vorgehen hat natürlich seinen Grund: Wenngleich Glasfaser theoretisch sehr schnelles Internet bringt, hakt es in der praktischen Umsetzung ins Gebäude. Glasfaserleitungen sind relativ unbeweglich, krümmt man das Kabel zu stark können die Fasern brechen. Der Verbau in Häusern ist deshalb aufwendig und kostenintensiv und kann nur von Spezialfirmen durchgeführt werden. Außerdem benötigt man speziell entwickelte Modems um die Lichtwellen in verwertbare Signale übersetzen zu können. Auch diese sind natürlich teuer in der Anschaffung. Die benötigten Fiber-Router braucht man zusätzlich zu den ohnehin erforderlichen Receivern.

Fazit

Die schnellste Verbindung bietet Glasfaser. Wenn Geld keine Rolle spielt ist diese Übertragungstechnik unübertroffen. Man sollte abwägen ob Preis / Leistung und der Mehraufwand sich lohnen, wenn man bedenkt, dass auch mit einem Hybridnetz schon theoretisch 800 Mbit/s im Download möglich sind. Denn auch wenn Glasfaser hohe Übertragungsgeschwindigkeiten leistet, bieten die meisten Internetanbieter vertraglich nur Download-Raten von bis zu 200 Mbit/s an. Wenn man also die Glasfasernetze außer Acht lässt, sind die Hybridnetze der Kabelnetzbetreiber aktuell die schnellste Internetverbindung. Voraussetzung hier ist die Verfügbarkeit. Genau diese Verfügbarkeit ist aktuell noch das Hauptproblem, an dem aber stetig gearbeitet wird. Natürlich bauen auch Telekommunikationsanbieter ihre Netze aus. Ihre Leitungen werden weiterentwickelt, haben im Downstream aber erhebliche Probleme mithalten zu können. Es bleibt abzuwarten wie sich der Ausbau von Vectoring entwickelt.

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