Digitaler TV-Empfang

Die technischen Voraussetzungen für alle Empfangsarten.

Gestochen scharfe Bilder, brillanter Klang, schickes Design und eine große Programm- und Angebotsvielfalt. Kunden erwarten einfache Lösungen für ein großartiges Fernseherlebnis. Anschließen und einschalten aber klappt längst nicht immer. Wer sich für digitales Fernsehen entscheidet, hat die Wahl zwischen unterschiedlichen technischen Lösungen. Wann digitaler TV-Empfang per Plug & Play wirklich funktioniert. Ein Überblick.
Die Zeit der alten, analogen Röhrengeräte ist vorbei. Fernsehen empfängt man heute digital und per Flachbildschirm. Die meisten dieser Geräte sind bereits standardmäßig mit integrierten Digitalreceivern ausgerüstet. 84 Prozent der Haushalte in Deutschland haben sich laut einer 2013 beauftragten Studie der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) in den letzten Jahren einen dieser modernen Flachbild-Fernseher angeschafft. Der Grund: gestochen scharfe Bilder, brillanter Klang, schickes Design und die Möglichkeit, auf eine unglaubliche Programm- und Angebotsvielfalt zuzugreifen.

Die Qual der Wahl

Um digitale Fernseh-Signale empfangen zu können, sind spezielle TV-Tuner erforderlich. Dabei lassen sich drei Ausstrahlungsverfahren für den Empfang von Digital Video Broadcasting (DVB) unterscheiden: terrestrisch per Antenne (DVB-T), über Satellit (DVB-S) und per Kabel (DVB-C). Die drei Standards haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Eine Übersicht:

DVB-T (terrestrisches Fernsehen)

Am einfachsten ist digitales Fernsehen über DVB-T zu empfangen. Hierfür reichen die alte Hausantenne oder eine kleine Zimmerantenne sowie ein DVB-T-Receiver. Die Zahl der TV-Sender ist allerdings sehr begrenzt und schwankt regional zwischen 10 und 30, dafür kommen sie ohne laufende Kosten ins Haus. Bezahlfernsehen und ausländische Programme können gar nicht empfangen werden, und auf hochauflösendes Fernsehen (HDTV) müssen DVB-T-Nutzer leider verzichten. Ihnen bleibt vorerst nur Fernsehen in Standardauflösung (SD = Standard Definition) – gerade bei Fernsehern mit großer Bildschirmdiagonale ein Manko.

Fazit: Plug & Play ist ok, aber DVB-T schwächelt bei der Programmvielfalt, kein HD.

DVB-S (Satellitenfernsehen)

Wen die erforderliche Parabolantenne am Haus und die Installation nicht stören, ist mit dem Fernsehempfang über Satellit gut bedient. Allerdings sollten Mieter vor der Installation einer „Schüssel“ die Zustimmung des Vermieters einholen. DVB-S liefert mehrere hundert in- und ausländische Programme frei Haus, weitere lassen sich per Abo kostenpflichtig zubuchen. Wer einen Fernseher mit HD-fähigem DVB-S-Empfänger besitzt, ist auch für hochauflösende Sendungen gerüstet. Einige Privatsender lassen sich allerdings nur über ein kostenpflichtiges Programmangebot in HD-Qualität empfangen. Zudem kann es bei schlechtem Wetter zu Empfangsproblemen kommen.

Fazit: Plug & Play ist eher mau, aber es gibt Programmvielfalt und HD.

DVB-C (Kabelfernsehen)

Anders als beim Empfang über Satellit ist beim Kabelfernsehen oftmals keine aufwendige Installation erforderlich, da viele Wohnungen bereits über ein funktionstüchtiges Kabelnetz verfügen. Andernfalls müssen durch Baumaßnahmen die Hausverkabelung nachgerüstet werden. Hier bieten Kabelnetzbetreiber für Geschäftskunden der Wohnungswirtschaft Unterstützung an. Neben dem Kabelanschluss wird für den Fernsehgenuss nur noch ein TV-Gerät mit integriertem HD-fähigen DVB-C-Receiver oder eine handelsübliche Kabel-Set-Top-Box benötigt. Für verschlüsselte Kanäle ist unter Umständen ein CI-Modul nötig. Auch dieser Anschluss ist in neueren TV-Geräten meist integriert. Dann heißt es: Verbinden und fertig. Plug & Play wird hier als echte Lösung geboten. Die Zahl der empfangbaren SD- und HD-Sender sowie die Höhe der Kabelgebühren variiert allerdings von Anbieter zu Anbieter. Einige Kabelnetzbetreiber bieten äußerst attraktive Kombipakete mit TV, superschnellem Internet und Telefonie. Das ist dann interaktiver Multimediakomfort aus einer Hand.

Fazit: Plug & Play funktioniert, dazu Programmvielfalt, HD und oftmals Internet und Telefonie.

Plug & Play – das Gesamtfazit

Interessenten die sich einen neuen Fernseher kaufen möchten, sollten darauf achten, dass das Gerät über den gewünschten Übertragungsstandard sowie eine gute HD-Bildqualität verfügt. Integrierte DVB-C- und DVB-T-Tuner sind bei Flatscreens heute Standard. In Markengeräten sind in der Regel sogar Triple-Tuner für alle drei Empfangswege verbaut. Nur bei sehr preiswerten Flat-TVs sollten Käufer genau auf die Tuner-Ausstattung achten. Die Verbreitung moderner Flachbildschirme mit integrierten Receivern macht den Empfang von digitalem Fernsehen so einfach wie nie. Entscheidet man sich für einen Kabelanschluss, benötigt man idealer Weise nur noch ein geeignetes Endgerät. Das war´s – Plug & Play. Wer mit einem älteren TV-Gerät in die digitale Fernsehwelt, beispielsweise zum Kabel-TV wechseln möchte, sollte sich zuvor schlau machen, wie sein Gerät ausgestattet ist. Was ein Fernseher kann, verrät ein Blick in das technische Datenblatt der Bedienungsanleitung oder der Fernsehfachmann.